Lademeter (LDM) berechnen: so geht es richtig
Lademeter berechnen leicht gemacht – Formel, Beispielrechnung und Richtwerte für Paletten. So kalkulieren Sie Ladefläche und Frachtkosten realistisch.
Modulexpert Redaktion · 16. Juli 2026 · 6 Min. Lesezeit
Wer eine Teilladung ausschreibt oder ein Frachtangebot kalkuliert, kommt an einer Größe nicht vorbei: dem Lademeter. Wer den Lademeter berechnen kann, weiß, wie viel Platz eine Sendung auf der Ladefläche beansprucht – und das ist die Basis für eine realistische Preiseinschätzung. Dieser Beitrag zeigt die Formel, eine Beispielrechnung und die wichtigsten Richtwerte für Paletten.
Was ist ein Lademeter (LDM)?
Ein Lademeter (Abkürzung: LDM oder lfm) beschreibt einen Streifen Ladefläche von 1 Meter Länge über die volle Breite des Fahrzeugs. Die Ladebreite eines Standard-Aufliegers wird dabei üblicherweise mit 2,40 Meter angesetzt.
Der Lademeter ist damit eine Flächengröße, keine Volumen- oder Gewichtsangabe. Er beantwortet die Frage: Wie viel von der verfügbaren Länge des Fahrzeugs blockiert meine Ladung? Das ist besonders bei Teilladungen entscheidend, weil sich mehrere Sendungen unterschiedlicher Versender einen LKW teilen und die Fläche entsprechend aufgeteilt und abgerechnet wird. Mehr zum Unterschied zwischen Teil- und Komplettladung lesen Sie im Beitrag Teilladung oder Komplettladung: FTL und LTL im Vergleich.
Lademeter berechnen: Die Formel, die Sie brauchen
Die Berechnung folgt einer einfachen Formel:
Lademeter = (Länge der Ladung in m × Breite der Ladung in m) ÷ 2,40 m
Dabei gilt: Nimmt die Ladung die volle Fahrzeugbreite von 2,40 m ein, entspricht ein Lademeter exakt einem Meter Ladungslänge. Ist die Ladung schmaler, wird die tatsächliche Breite ins Verhältnis zur Fahrzeugbreite gesetzt.
Beispielrechnung
Ein Versender möchte eine Maschine mit den Maßen 3,00 m Länge und 1,20 m Breite verladen. Die Rechnung:
(3,00 m × 1,20 m) ÷ 2,40 m = 1,5 Lademeter
Steht neben der Maschine noch Platz frei, kann dieser theoretisch für weitere Ladung genutzt werden – vorausgesetzt, die Güter lassen sich nebeneinander kombinieren und die Zuladung erlaubt es.
Praxistipp für die Ausschreibung
Geben Sie bei der Ladungsausschreibung möglichst genaue Maße an, statt nur einen groben LDM-Schätzwert. Frachtführer können damit die tatsächliche Auslastung besser einplanen und passendere Angebote abgeben. Wie das in der Praxis abläuft, zeigt der Beitrag Ladung ausschreiben im Hilfe-Center.
Wie viele Lademeter passen auf einen LKW?
Die maximale Anzahl an Lademetern hängt vom Fahrzeugtyp ab. Zur Orientierung:
| Fahrzeugtyp | Innenlänge | Ladebreite | Maximale Lademeter |
|---|---|---|---|
| Sattelauflieger (Standard) | ca. 13,6 m | ca. 2,40 m | ca. 33–34 LDM |
| Gliederzug (Jumbo) | ca. 15,0–15,65 m | ca. 2,40–2,48 m | ca. 33–40 LDM |
| Wechselbrücke | ca. 7,15 m | ca. 2,40 m | ca. 14–15 LDM |
| Sprinter/Kastenwagen | ca. 3,0–4,3 m | ca. 1,7–2,0 m | ca. 3–5 LDM |
Diese Werte sind Richtwerte und können je nach Fahrzeug und Ausstattung leicht abweichen. Für die konkrete Planung lohnt sich immer der Blick auf die tatsächlichen Innenmaße des eingesetzten Fahrzeugs.
Lademeter für Paletten: Richtwerte auf einen Blick
Für die tägliche Praxis hat sich bei Palettenware eine Reihe von Faustwerten etabliert. Sie ersetzen nicht die exakte Formel, helfen aber bei einer schnellen ersten Einschätzung:
| Palettenart | Maße | Richtwert je Palette |
|---|---|---|
| Europalette (längs gestellt) | 80 × 120 cm | ca. 0,40 LDM |
| Europalette (quer gestellt, kombiniert) | 80 × 120 cm | ca. 0,30 LDM |
| Industriepalette | 100 × 120 cm | ca. 0,50 LDM |
| Gitterboxpalette | 80 × 120 cm | ca. 0,40 LDM |
Wichtig: Der niedrigere Wert bei querer Stellung ergibt sich nur, wenn sich mehrere Paletten so kombinieren lassen, dass die volle Ladebreite ausgenutzt wird. Steht eine Palette einzeln oder lässt sich die Fläche nicht optimal ausnutzen, liegt der tatsächliche Lademeter-Wert höher.
Stapelbare und nicht stapelbare Ware
Ein Punkt wird bei der Lademeter-Berechnung häufig übersehen: die Stapelbarkeit.
- Stapelbare Ware kann übereinander verladen werden. Zwei Paletten, die sich stapeln lassen, teilen sich denselben Lademeter-Wert wie eine einzelne Palette – der zweite Stellplatz entfällt.
- Nicht stapelbare Ware (etwa empfindliche Güter, hohe Maschinen oder Ware mit geringer Traglast) belegt ihre volle Standfläche, unabhängig von der Höhe. Auch eine niedrige, aber nicht stapelbare Palette blockiert also den vollen Lademeter-Anteil.
Diese Unterscheidung ist bei der Ausschreibung relevant: Wer angibt, dass seine Ladung stapelbar ist, ermöglicht Frachtführern eine bessere Kombination mit anderer Fracht – und damit oft ein günstigeres Angebot.
Lademeter, Gewicht und Frachtkosten
Der Lademeter allein sagt nichts über das Gewicht aus. Deshalb wird in der Praxis häufig ein Umrechnungswert herangezogen, um Fläche und Gewicht vergleichbar zu machen: Bei einer zulässigen Nutzlast von rund 24.000 kg auf 13,6 Lademetern ergibt sich ein Richtwert von etwa 1.750 kg pro Lademeter. Übersteigt eine Sendung dieses Verhältnis, wird häufig nicht mehr nach Lademetern, sondern nach dem tatsächlichen Gewicht abgerechnet – je nachdem, was für den Frachtführer den größeren Anteil der Kapazität bindet.
Für die Preiseinschätzung einer Sendung sind Lademeter, Gewicht, Route und Zeitfenster daher immer gemeinsam zu betrachten. Wie sich daraus eine realistische Kostenschätzung ableiten lässt, erklärt der Grundlagenartikel Transportkosten berechnen: Die wichtigsten Faktoren.
Lademeter in der Praxis berechnen: Schritt für Schritt
Maße erfassen
Notieren Sie Länge und Breite jeder Ladeeinheit in Metern. Bei mehreren Einheiten jede Position einzeln erfassen.
Formel anwenden
Länge mal Breite durch 2,40 m rechnen. Bei mehreren Einheiten die Werte addieren, sofern sie nicht kombiniert werden können.
Stapelbarkeit prüfen
Klären, ob Güter übereinander verladen werden können. Das reduziert den benötigten Lademeter-Wert unter Umständen deutlich.
Gewicht gegenprüfen
Gesamtgewicht mit dem Lademeter-Wert abgleichen, um zu erkennen, ob Fläche oder Gewicht die Kapazität begrenzt.
In der Ausschreibung angeben
Lademeter, Gewicht und Stapelbarkeit in die Ausschreibung übernehmen, damit Frachtführer passende Angebote abgeben können.
Häufige Fehler bei der Lademeter-Berechnung
- Ladebreite falsch angesetzt: Nicht jedes Fahrzeug hat exakt 2,40 m nutzbare Breite. Bei Zweifeln lieber nachfragen statt schätzen.
- Stapelbarkeit ignoriert: Wer stapelbare Ware als nicht stapelbar angibt, überschätzt den eigenen Platzbedarf und riskiert ein teureres Angebot.
- Nur Länge statt Fläche betrachtet: Bei schmaler Ladung führt die alleinige Betrachtung der Länge zu einer Überschätzung des benötigten Lademeter-Werts.
- Gewicht außer Acht gelassen: Schwere, aber platzsparende Ladung kann trotz weniger Lademeter die zulässige Nutzlast ausreizen.
Genaue Angaben zahlen sich aus
Ungenaue Lademeter-Angaben führen häufig zu Nachverhandlungen oder Zusatzkosten, wenn sich vor Ort herausstellt, dass die Ladung mehr Platz beansprucht als angegeben. Präzise Maße von Anfang an sparen Zeit auf beiden Seiten.
Fazit
Der Lademeter ist eine einfache, aber zentrale Größe für die Planung von Teilladungen: Länge mal Breite der Ladung geteilt durch 2,40 Meter ergibt den benötigten Wert. Wer zusätzlich Stapelbarkeit und Gewicht berücksichtigt, erhält eine realistische Grundlage für die Preiseinschätzung. Wie sich der berechnete Lademeter-Wert direkt in eine Ausschreibung übertragen lässt und wie sich daraus vergleichbare Angebote ergeben, zeigen die Beiträge Angebote vergleichen und Das Preismodell im Hilfe-Center.
Wie berechnet man Lademeter?
Die Formel lautet Länge der Ladung in Metern mal Breite der Ladung in Metern geteilt durch 2,40 Meter (Standard-Ladebreite eines Aufliegers). Das Ergebnis ist der benötigte Lademeter-Wert.
Wie viel LDM hat eine Europalette?
Als Faustregel wird eine längs gestellte Europalette häufig mit rund 0,4 Lademetern angesetzt. Der genaue Wert hängt davon ab, wie viele Paletten sich nebeneinander über die Ladebreite kombinieren lassen.
Wie viele Lademeter passen auf einen Sattelauflieger?
Ein Standard-Sattelauflieger hat eine Innenlänge von rund 13,6 Metern, was in der Praxis meist mit 33 bis 34 Lademetern angegeben wird.
Wie viel wiegt ein Lademeter?
In der Praxis wird häufig mit einem Richtwert von rund 1.750 kg pro Lademeter gerechnet, abgeleitet aus der zulässigen Nutzlast eines Sattelzugs von etwa 24.000 kg auf 13,6 Lademetern. Einzelne Frachtführer legen abweichende Werte zugrunde.
Zählt der Lademeter auch bei stapelbarer Ware?
Nein. Lässt sich Ladung stapeln, kann sie den Lademeter mit anderer Ladung teilen. Nicht stapelbare Ware belegt dagegen ihre volle Standfläche unabhängig von der Höhe.
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