Beiladung, Teilladung, Komplettladung (FTL/LTL) einfach erklärt
Teilladung, Komplettladung und Beiladung im Vergleich – Definitionen, Unterschiede, Kosten und praktische Hinweise für Versender und Frachtführer bei der Wahl.
Modulexpert Redaktion · 16. Juli 2026 · 5 Min. Lesezeit
Teilladung Komplettladung: Wer Transporte plant oder durchführt, muss früh entscheiden, in welcher Form eine Sendung bewegt wird. Die beiden Begriffe – international auch als LTL (Less than Truck Load) und FTL (Full Truck Load) bekannt – beschreiben zwei grundverschiedene Beladungsprinzipien. Hinzu kommt die Beiladung, ein Sonderfall der Teilladung. Dieser Beitrag erklärt die Begriffe, ihre Unterschiede und wann sich welche Variante lohnt.
Teilladung Komplettladung: die drei Ladungsarten im Überblick
Komplettladung (FTL – Full Truck Load)
Bei einer Komplettladung belegt eine einzige Sendung das gesamte Fahrzeug – unabhängig davon, ob die Ladefläche tatsächlich vollständig ausgenutzt wird. Entscheidend ist, dass kein anderer Versender denselben Laderaum auf derselben Fahrt nutzt. Typisch für Komplettladungen:
- Paletten- oder Stückgutmengen, die ein Fahrzeug (nahezu) auslasten
- Direktfahrten von einem Absender zu einem Empfänger, ohne Zwischenstopps
- Sensible, zeitkritische oder hochwertige Güter, bei denen zusätzliche Stopps vermieden werden sollen
Teilladung (LTL – Less than Truck Load)
Bei einer Teilladung teilen sich mehrere Versender die Ladefläche eines Fahrzeugs. Der Frachtführer bündelt Sendungen unterschiedlicher Auftraggeber auf einer gemeinsamen Route mit mehreren Lade- und Entladestellen. Das senkt die Kosten pro Sendung, verlängert aber meist die Transportzeit, da Umwege und zusätzliche Stopps entstehen.
Beiladung
Die Beiladung ist ein Spezialfall der Teilladung: Ein Frachtführer hat auf einer bereits geplanten Tour – häufig auf der Rückfahrt – noch freie Kapazität und nimmt dafür eine zusätzliche Sendung mit. Beiladungen entstehen also nicht als eigenständige Route, sondern als Ergänzung zu einer ohnehin stattfindenden Fahrt. Sie sind ein zentrales Mittel, um Leerfahrten zu vermeiden und die Auslastung zu verbessern.
Warum das Thema für die Auslastung relevant ist
Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts waren 2021 rund 38 % aller Lkw-Fahrten in Deutschland Leerfahrten (näherungsweise 153,7 Mio. von 408 Mio. Fahrten). Beiladungen und Teilladungen sind ein wesentlicher Hebel, um diesen Anteil zu senken. Mehr dazu im Beitrag Leerfahrten vermeiden.
Unterschiede auf einen Blick
| Merkmal | Komplettladung (FTL) | Teilladung (LTL) | Beiladung |
|---|---|---|---|
| Ladefläche | Vollständig für eine Sendung | Geteilt zwischen mehreren Sendungen | Restkapazität einer bestehenden Route |
| Route | Direktfahrt A nach B | Mehrere Stopps entlang der Route | Ergänzung zur geplanten Tour |
| Transportzeit | In der Regel kürzer und planbarer | Länger durch Zwischenstopps | Abhängig von der Haupttour |
| Kosten pro Sendung | Höher, da allein getragen | Niedriger, da geteilt | Meist günstig, da Zusatzertrag zur Haupttour |
| Typische Nutzung | Große Mengen, eilige oder sensible Güter | Kleinere Mengen, planbare Fristen | Freie Restkapazität auf Rück- oder Umwegfahrten |
Vor- und Nachteile für Versender
Komplettladung:
- Vorteil: kürzere, planbarere Laufzeiten, keine Vermischung mit fremden Sendungen, geringeres Risiko bei sensibler Ware
- Nachteil: höhere Kosten pro Sendung, wenn die Ladefläche nicht ausgelastet wird
Teilladung und Beiladung:
- Vorteil: geringere Kosten, da sich mehrere Versender die Fahrzeugkosten teilen
- Nachteil: längere und weniger planbare Laufzeiten durch zusätzliche Stopps
Wann eignet sich welche Ladungsart?
Die Wahl hängt von Sendungsgröße, Zeitfenster und Budget ab:
- Komplettladung, wenn die Menge das Fahrzeug ohnehin weitgehend auslastet, feste Liefertermine eingehalten werden müssen oder die Ware nicht mit fremden Gütern kombiniert werden soll.
- Teilladung, wenn kleinere Mengen regelmäßig verschickt werden und etwas Zeitpuffer vorhanden ist.
- Beiladung, wenn kurzfristig freie Restkapazität auf einer bestehenden Route genutzt werden kann – häufig die günstigste Option für kleinere Sendungen.
Auswirkungen auf die Transportkosten
Die Kosten eines Lkw-Transports liegen als grobe Näherung zwischen 0,80 und 2,50 Euro je Kilometer, abhängig von Fahrzeugtyp, Strecke und Auslastung. Wesentliche Kostentreiber sind näherungsweise Diesel mit rund 30 %, Maut mit rund 15–20 % und Personalkosten mit rund 25 % der Gesamtkosten. Bei einer Komplettladung trägt eine einzige Sendung diese Fixkosten allein, bei Teil- und Beiladungen verteilen sie sich auf mehrere Auftraggeber – daher fällt der Preis pro Sendung meist niedriger aus. Wie sich die Gesamtkosten einer Fahrt konkret zusammensetzen und kalkulieren lassen, erklärt der Beitrag Transportkosten berechnen.
Wichtig für alle Preisangaben: Es handelt sich stets um eine unverbindliche Schätzung, die von Route, Auslastung, Marktlage und individueller Kalkulation des Frachtführers abweichen kann.
Ladungsart und Auslastung: der Zusammenhang mit Leerfahrten
Für Frachtführer ist die Ladungsart eng mit der Frage verknüpft, wie gut ein Fahrzeug ausgelastet wird. Eine Komplettladung auf dem Hinweg löst nicht automatisch das Problem der Rückfahrt. Wird dafür keine passende Ladung gefunden, entsteht eine Leerfahrt – mit entsprechenden Kosten, aber ohne Ertrag. Genau hier setzen Teil- und Beiladungen an: Sie ermöglichen es, freie Kapazität auf Rück- oder Umwegfahrten gezielt zu füllen, statt sie ungenutzt zu lassen.
Wie finden Versender und Frachtführer die passende Ladung?
Auf einer digitalen Frachtenbörse lässt sich der passende Ladungstyp gezielt suchen und anbieten:
- Versender schreiben ihre Sendung mit Angaben zu Menge, Ladungsart und Zeitfenster aus – Details dazu im Hilfe-Center-Beitrag Ladung ausschreiben.
- Verifizierte Frachtführer werden über passende Ausschreibungen informiert und können ein Angebot abgeben oder direkt annehmen.
- Frachtführer mit freier Restkapazität können gezielt nach Teil- und Beiladungen entlang ihrer geplanten Route filtern, wie im Beitrag Passende Ladungen finden beschrieben.
- Versender vergleichen eingehende Angebote und vergeben den Auftrag an den passenden Frachtführer, siehe Angebote vergleichen.
Fazit
Komplettladung, Teilladung und Beiladung unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Ladefläche eine Sendung beansprucht und wie die Route gestaltet ist. Komplettladungen bieten Planbarkeit und kürzere Laufzeiten, Teil- und Beiladungen senken die Kosten pro Sendung und tragen zu einer besseren Fahrzeugauslastung bei. Welche Variante die richtige ist, hängt von Sendungsgröße, Zeitfenster und Budget ab. Digitale Frachtenbörsen erleichtern es, für jede dieser Ladungsarten den passenden Partner zu finden – und damit sowohl Kosten als auch Leerfahrten zu reduzieren.
Was ist der Unterschied zwischen Teilladung und Komplettladung?
Bei einer Komplettladung (FTL) nutzt ein Versender das gesamte Fahrzeug für eine einzige Sendung. Bei einer Teilladung (LTL) teilen sich mehrere Versender die Ladefläche eines Fahrzeugs, das mehrere Ziele anfährt.
Was bedeuten die Abkürzungen FTL und LTL?
FTL steht für Full Truck Load (Komplettladung), LTL für Less than Truck Load (Teilladung). Beide Begriffe stammen aus dem internationalen Sprachgebrauch, werden aber auch in Deutschland häufig verwendet.
Was ist eine Beiladung?
Eine Beiladung ist eine zusätzliche Ladung, die auf einer bereits geplanten Route mitgenommen wird, um freie Kapazität zu nutzen. Sie ist eine Form der Teilladung, meist auf Rück- oder Umwegfahrten.
Ist eine Teilladung immer günstiger als eine Komplettladung?
Nicht zwangsläufig. Pro Sendung ist eine Teilladung oft günstiger, da sich die Fahrzeugkosten auf mehrere Versender verteilen. Bei großen Mengen oder engen Zeitfenstern kann eine Komplettladung insgesamt wirtschaftlicher sein.
Wie finden Frachtführer passende Teilladungen oder Beiladungen?
Über digitale Frachtenbörsen lassen sich Ladungen entlang der eigenen Route gezielt suchen und filtern, etwa nach Region, Fahrzeugtyp und Zeitfenster.
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